Die Corona-Krise betrifft die Beauftragung der Kanzleien mit neuen Patentanmeldungen; es kommt vielfach zu einem Abriß von Neuaufträgen.
Die Corona-Krise legt die Schwachstellen von Patentanwaltskanzleien offen: auch wenn wir seit Jahren darauf hinweisen, dass die Digitalisierung voranschreitet und mit CPA Global ein extrem potenter Wettbewerber auf den Markt aufgetreten ist (der allein über 50 Mio € in R&D im Jahre 2019 investierte), blieben die meisten partnerschaftlich organisierten Patentanwaltskanzleien in ihrem alten Trott.
Angebot auf Optimierung der Arbeitsprozesse, um einheitliche Datenbestände in der digitalen Akte zu haben; Argument: wir wollen doch nur korrekte Daten haben!
Angebot auf Verbesserung der Handlungsfähigkeit durch Installation einer Geschäftsführung (Argument: dann geht doch die Freiheit der Partner verloren)
Und so restrukturieren die Kanzleien erst dann, wenn die Marge bei 10 % ist, anstelle bei 30 % oder höher. Ein Vorausdenken findet zu selten statt.
In der Krise zeigt sich, wer vorgesorgt hat: Wer jetzt keine schlanken Prozesse hat, hat zu hohe Kosten. Wer jetzt noch Pafas hat, hat keine effiziente Kanzlei. Denn das ist alles möglich, da die Daten ja zur Verfügung stehen. Die Veränderung jetzt in der Krise umzusetzen, ist viel schwerer, zumal man nicht mal eben zusammensitzen und alles besprechen kann.