CLM & Self-Service: Standardverträge ohne Jurist:in

🖨️

PDF / Drucken

CLM & Self-Service – Standardverträge ohne Jurist:in

Bei vielen juristischen Standardthemen wie NDAs, Standard-Vertriebsverträgen, AGB, Vertragsverlängerungen oder Rahmenverträgen können Rechtsabteilungen den operativen Bereichen deutlich mehr Eigenverantwortung zutrauen. Voraussetzung ist ein funktionierendes Contract Lifecycle Management (CLM) mit Self-Service und automatisierten Routinen. So entlastet sich das Legal-Team von wiederkehrender Routine und gewinnt Zeit für das, was juristische Expertise wirklich erfordert.

Warum CLM mit Self-Service skalierbar funktioniert

Der Hebel liegt darin, Standards einmal sauber zu definieren und sie dann automatisiert immer wieder anzuwenden:

  • End-to-End-Prozess: Von der Anfrage über die Vorlage und die Klausel-Anpassung bis zu Review und E-Signatur bleibt jeder Schritt transparent nachvollziehbar.
  • Business Self-Service: Fragebögen erzeugen Entwürfe mit standardisierten Prüf- und Entscheidungsschritten. Eine Eskalation erfolgt nur bei echten Risiken.
  • Skaleneffekte: Einmal konfigurierte Templates bedienen über 100 Anfragen bei konstanter Qualität.

Der Effekt: Laufzeiten verkürzen sich signifikant, interne Mandanten sind zufriedener, und es bleibt mehr Zeit für das juristische Kerngeschäft.

CLM einführen: 5 Schritte zur Umsetzung

Ein strukturierter Aufbau sorgt dafür, dass aus der Technik ein gelebter Prozess wird:

  1. Use Cases priorisieren: Wählen Sie die Top 5 bis 10 Verträge mit dem höchsten Volumen, etwa NDA, Vertrieb und Dienstleisterverträge.
  2. Vorlagen & Playbooks bauen: Definieren Sie Standards mit klaren Risikostufen und Freigaberegeln.
  3. Workflow automatisieren: Bilden Sie den Ablauf von Anfrage über Draft, Review und Approval bis zur Signatur ab, inklusive SLAs und Eskalationen.
  4. Self-Service aktivieren: Stellen Sie intuitive Portale mit Fragebögen, automatischen Klauselvorschlägen und Vorab-Checks bereit.
  5. Reporting integrieren: Bauen Sie Dashboards für Volumen, Durchlaufzeiten, Eskalationsquoten und Bottlenecks.

Praxis-Use-Case: Standardverträge im Self-Service

Wie stark CLM und Self-Service entlasten, zeigt ein typisches Beispiel:

  • Problem: Ein hohes Volumen an Standardverträgen blockierte durch manuelle Erstellung wertvolle Kapazitäten.
  • Lösung: Ein Self-Service-Tool in Kombination mit CLM verteilte die Arbeit neu:
    • Business: Digitale Fragebögen erfassen Volumen, Laufzeit und Risiken.
    • System: Auto-Drafts entstehen aus Vorlagen und Playbooks.
    • KI: Eine Vorprüfung filtert kritische Klauseln.
    • Legal: Das Team reviewt nur Verträge der Risikostufen 3 bis 5, während Risiko 1 und 2 direkt freigegeben werden.
  • Ergebnis:
    • Mehr als zwei Drittel der Standardverträge laufen ohne direkte Beteiligung der Jurist:innen.
    • Die Cycle Time sinkt von 5 bis 7 Tagen auf unter 24 Stunden.
    • Es entsteht vollständige Vertragstransparenz mit automatischer Fristenkontrolle.

CLM und Self-Service sind damit echte Skalierer für knappe Legal-Teams: Sie verschieben Routine in die Fläche und reservieren die juristische Prüfung für die Fälle, die sie wirklich brauchen.

Aktuelles

Können wir behilflich sein?

Kontaktieren Sie uns telefonisch oder verwenden Sie unser Online-Formular

Weiterlesen-Empfehlung