Analytics & Steuerung – Vom Bauchgefühl zu datenbasierter Legal-Leadership 

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Analytics & Steuerung – Vom Bauchgefühl zu datenbasierter Legal-Leadership

von Dr. Wolf Peter Groß

Legal Analytics: KPIs, die Ressourcen rechtfertigen und Prioritäten setzen

„Legal kostet zu viel und ist zu langsam“ – Legal Analytics widerlegt das mit Zahlen und zeigt Optimierungspotenziale.

Die Kernmetriken

  • Volumen & Mix: Anfragen nach Fachbereich, Contract-Pipeline, Litigation-Portfolio; plus Anzahl neuer Matters pro Monat und offene Vorgänge nach Alter – macht transparent, wie viel Arbeit wirklich auf Legal landet und wo es klemmt.
  • Effizienz: Cycle Times je Vorgangstyp (z.B. von Anfrage bis Signing), SLA-Erfüllung, Headcount vs. Output, Reaktionszeiten – je kürzer, desto schneller realisiert das Business Umsatz.
  • Kosten: Inhouse vs. External Spend, Cost per Matter, Savings durch Standardisierung und Automatisierung, Legal Spend in % vom Umsatz (Benchmark ist die Branche) – zeigt, wie effizient Legal Ressourcen einsetzt.
  • Risiko & Qualität: Erfolgsquote in Streitverfahren, Anzahl wesentlicher Rechts-/Compliance-Vorfälle, Anteil Verträge auf Standard-Templates bzw. Deviation Rate – macht Risikoreduktion und Vermeidung von Verlusten messbar.
  • Stakeholder & Wertbeitrag: Zufriedenheit interner Mandanten, Early-Involvement-Quote von Legal in Projekten, Anzahl Initiativen, bei denen Legal als Business Enabler agiert (z.B. neue Produkte, Markteintritte).

Damit lassen sich drei Wertschöpfungsdimensionen sehr klar adressieren: schnellere Umsatzrealisierung (Time-to-Contract), weniger Schäden/Bußgelder (Risk Mitigation) und mehr Business-Velocity mit gleichen Ressourcen.

Effekt: Datenbasierte Budget-Gespräche, Prozessoptimierung, strategische Positionierung.

5 Schritte zu datengetriebener Steuerung

  1. Daten konsolidieren – Intake, CLM, Time-Recording vereinheitlichen, damit Volumen, Zeit, Kosten und Risikodaten in einem Datenmodell zusammenlaufen.​​
  2. KPIs definieren – 8–12 operative + 3–5 strategische Metrics entlang der Dimensionen Umsatz, Risiko, Effizienz, Kosten und Stakeholder-Fokus auswählen.
  3. Dashboard bauen – Power BI, Tableau oder Legal-spezifische Lösungen nutzen, um ein Board-fähiges KPI-Dashboard (z.B. z.B. Legal Spend, Cycle Times, Backlog, Risk-Events) aufzusetzen.​​
  4. Monatlich reviewen – Trends, Abweichungen, konkrete Actions; gemeinsam mit CFO/COO und Fachbereichen auf Basis derselben Zahlen entscheiden.
  5. Board-ready – Executive Summary mit 3 Key Insights (z.B. „Cost per Contract -15%, SLA-Einhaltung +20%, weniger externe Mandate in Standardthemen“).

Praxis-Use Case: Pharma-Konzern

  • Problem: Keine Transparenz über Legal-Kosten, Bauchentscheidungen Make-or-Buy.
  • Lösung: CLM + Time-Recording Dashboard mit Cost per Contract Type, External Spend Share und Cycle Times pro Vertragstyp.​​
  • Ergebnis: 15% Cost-Reduktion, data-driven Outsourcing, Board-Vertrauen – und ein KPI-Set, das zeigt, wo interne Kapazitäten am meisten Wert schaffen.​​

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